Blatt 04 · Regelraum-Fallensteller
Lenia ist ein zellulärer Automat ohne Raster im Kopf: der Zustand ist eine stetige Dichte, die Nachbarschaft ein weicher Ring, das Wachstum eine Glockenkurve. Fast jeder Regelsatz darin endet sofort — alles stirbt oder alles läuft über. Dazwischen liegt ein schmales Band, in dem sich Dichte zu Klumpen sammelt, die zusammenhalten und wandern. Diese Seite entwirft keine davon. Sie würfelt Regeln, misst, was übrig bleibt, und stellt die Funde aus.
Noch nicht geklettert. Der Kletterer startet bei der aktuellen Regel und geht bergauf — jede Stufe ist eine Verbesserung gegenüber der vorigen.
Noch nichts gefunden. Erst den Regelraum kartieren, dann den Suchlauf starten — er zieht dann aus den tragfähigen Feldern der Karte.
Jede Zelle sieht ihre Umgebung durch einen Ringkern: nicht die acht Nachbarn,
sondern eine gewichtete Scheibe mit Radius R. Aus dem gewichteten Mittel u
wird das Wachstum G(u) = 2·exp(−(u−μ)²/2σ²) − 1, und die Dichte ändert sich
um dt·G. Positiv nur, wenn die Umgebung fast genau μ trifft — zu leer und
zu voll sterben beide.
Das Band, in dem etwas überlebt, ist schmal und krumm. Man findet es nicht durch Nachdenken, sondern durch Probieren — deshalb ist der Suchlauf hier kein Zubehör, sondern das eigentliche Gerät. Er würfelt μ, σ und die Ringgewichte, sät einen weichen Klumpen und schaut nach.
Drei Messungen über die Prüflänge: die Masse darf weder verschwinden noch davonlaufen, die Ausdehnung muss lokal bleiben statt das Feld zu füllen, und die Masse am Ende muss zur Masse in der Mitte passen — ein Klumpen, der noch wächst, ist noch nicht fertig. Wandert der Schwerpunkt dabei stetig, ist es ein Gleiter; die sind in der Vitrine rot beschriftet.
Ein Fund in der Vitrine lädt seinen Regelsatz ins große Feld. Von dort aus lohnt es
sich, an μ und σ zu drehen — die meisten Kreaturen zerfallen bei der dritten
Nachkommastelle. Mit dem Pinsel lässt sich Masse auftragen und sehen, was die Regel
daraus macht. Leertaste Start/Stopp, S Saat, L leeren.
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